Kontaktlinsentypen

Harte Kontaktlinsen

 

Harte Kontaktlinsen bestanden klassischer Weise aus Polymethylmethacrylat (PMMA), einem Kunststoff, der in seiner Zusammensetzung dem Plexiglas gleicht. Die modernen harten Linsen sind aus einem extrem leichten Material, das sich durch hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und gute Verträglichkeit auszeichnet. Die harten Kontaktlinsen haben einige Vorteile: Sie sind viele Jahre haltbar, leicht zu pflegen und zu handhaben. Sie haben sehr gute optische Eigenschaften, können hohe Dioptrienzahlen und vor allem auf einfache Weise auch eine Hornhautverkrümmung oder Unregelmäßigkeit ausgleichen. Sie benötigen unbedingt eine präzise Anpassung und eine längere Eingewöhnungszeit als weiche Kontaktlinsen und können ein Fremdkörpergefühl auslösen. Die Linsen müssen stets vor dem Schlafengehen herausgenommen und in einer speziellen Reinigungsflüssigkeit bis zum erneuten Einsetzen aufbewahrt werden.

 

Weiche Kontaktlinsen

 

Weiche Kontaktlinsen bestehen aus sogenanntem Hydrogel. Dieses Material saugt Wasser an wie ein Schwamm. Dadurch können sich viele Schmutzpartikel einlagern, weshalb besondere Pflege nötig ist. Alternativ werden Weichlinsen aus Silikon angeboten. Weichlinsen können durchschnittlich eineinhalb Jahre getragen werden. Sie sind größer als formstabile Linsen und deshalb schwerer zu handhaben. Die Eingewöhnungszeit ist kürzer, der Tragekomfort oft besser als bei harten Linsen. Allerdings verursachen sie häufiger Komplikationen. Es sei darauf hingewiesen, dass auch diese Linsen vor dem Schlafengehen herausgenommen und in einer speziellen Reinigungsflüssigkeit bis zum erneuten Einsetzen aufbewahrt werden müssen.

 

 

Komplikationen bei Kontaktlinsen

 

Generell gilt für die Komplikationen durch Kontaktlinsen, dass die schwerwiegenderen und häufigeren Komplikationen sehr viel häufiger bei weichen als bei harten Kontaktlinsen auftreten. Die gefährlichsten Komplikationen für das Auge sind dabei Infektionen. Werden Kontaktlinsen nicht regelmäßig gereinigt und gepflegt, so können sich auf ihrer verschmutzten Oberfläche Bakterien ansiedeln und vermehren. Dadurch besteht die Gefahr einer schweren Augenentzündung. Eine ungewöhnliche Rötung der Bindehaut kann Hinweis auf eine Entzündung sein. Die Kontaktlinse sollte dann sofort entfernt und ein Augenarzt zur Untersuchung aufgesucht werden. Um die eventuell vorhandenen Keime nachweisen zu können, sollte man dem Augenarzt auch die Kontaktlinse und vor allem die Aufbewahrungsflüssigkeit mitbringen. Nach jeder übermäßig langen Tragezeit, z.B. nach durchzechten Nächten oder Tanzabenden, treten Veränderungen in den oberen Gewebsschichten der Hornhaut auf. Sie beginnen als Quellung und enden im Extremfall mit einer Zerstörung der Zellen. Auch in diesen Fällen antwortet das Auge rasch mit einer Rötung der Bindehaut, außerdem treten Schmerzen auf. Jeder Kontaktlinsenträger sollte morgens beim Einsetzen und abends beim Entnehmen der Linse vom Auge einen Blick in den Spiegel werfen; jede ungewöhnliche Rötung des Auges ist der Hinweis auf einen äußerlichen oder innerlichen Reizzustand des Auges und sollte durch einen Augenarzt abgeklärt werden.